Samstag, 11.11.2017 19:00 Uhr - Beethoven-Saal

Die Grosse Reihe 2 / Stuttgarter Philharmoniker

SCHUBERT: Ouvertüre im italienischen Stil
BACH: Klavierkonzert d-Moll (arr. für Akkordeon und Orchester)
PIAZZOLLA: Tangos
MENDELSSOHN: Sinfonie Nr. 1
Ksenija Sidorova, Akkordeon
Dirigent: Jan Willem de Vriend

ALS ACHTJÄHRIGE
begann die Lettin Ksenija Sidorova mit der Ausbildung am Akkordeon, nun spielt sie u.a. mit dem berühmten Sting und wird von Ronaldo Villazón als "Star von morgen" präsentiert. Dass sie kühn ein Klavierkonzert von Bach in einer Fassung für Akkordeon und Orchester präsentiert, ist halb so wild wie es scheint: Solche Arrangements sind kein Widerspruch zur "Werktreue", zumal schon Johann Sebastian Bach selbst mit dem d-Moll-Konzert herumexperimentierte; vier Versionen des virtuosen Werks hat es wohl schon zu seinen Lebzeiten gegeben. Der große Bach-Verehrer Felix Mendelssohn Bartholdy schrieb seine 1. Sinfonie als Fünfzehnjähriger, war aber schon erfahren im Metier - zwölf Streichersinfonien hatte er als Jugendlicher komponiert, und dass aus der "Dreizehnten" eine "Erste" wurde, resultierte nicht aus Aberglauben, sondern aus Selbstbewusstsein. Dass man Mendelssohn hier und heute leider oft unterschätzt, mag auch mit seinem frühen Tod zusammenhängen, der eine stärkere Wirksamkeit womöglich verhindert hat. Leicht verschätzt man sich auch beim Thema Tango: Was uns Europäern der fabelhafte Astor Piazzolla als "Nuevo Tango" präsentiert, war in seiner argentinischen Heimat für traditionsbewusste Tänzer und Musiker eine Versündigung an den Idealen des Tangos. Doch wie so oft verträgt sich mit dem internationalen Musikgeschmack eine sanftere Version besser als das wilde Original - und wenn ein Akkordeon überm Streicherteppich Piazzollas wundervolles "Oblivion" spielt, ist ohnehin aller Streit vergessen.

Kategorie:
Klassik/Kultur
Veranstalter:
Stuttgarter Philharmoniker
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